« Zurück

Credit Default Swaps und Forderungsausfall

11. November 2019

Credit Default Swaps und Forderungsausfall

In vielen Branchen stehen die Zeichen auf Verlangsamung oder Rückgang der Wirtschaftsleistung. Dass sich dieser Trend trotz der weiterhin günstigen Finanzierungen abzeichnet, bedeutet ein böses Erwachen für verschiedenste Stakeholder. Eine dieser Interessensvertretungen sind die Anbieter von sogenannten Credit Default Swaps.

Was sind Credit Default Swaps?

Ein Credit Default Swap, kurz CDS, ist ein Finanzinstrument/Kreditderivat, über welches Ausfallrisiken von Anleihen, Krediten oder Forderungen gehandelt werden können. Ein CDS schützt den Gläubiger vor der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners und damit vor dem Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals. Dabei zahlt der Gläubiger eine individuell festgelegte Prämie an das den CDS ausgebende Institut, welches bei eintretender Zahlungsunfähigkeit des Schuldners einspringt. Credit Default Swaps können im Gegensatz zu Warenkreditversicherungen und wie die meisten Finanzinstrumente frei am Markt gehandelt werden und damit sowohl zur Absicherung (Hedging) als auch zur Spekulation und Arbitrage genutzt werden.

CDS als Versicherung gegen Forderungsausfälle

Instrumente, die das Risiko von Forderungsausfällen minimieren gibt es viele. So können Unternehmen eine Warenkreditversicherung in Anspruch nehmen, die Forderungen bis zu einer bestimmten Linie absichert und bei Forderungsausfall einspringt. Viele Unternehmen nutzen außerdem das Instrument Factoring, um Forderungsrisiken an einen Finanzdienstleister (Factor) zu verkaufen und um die Liquiditätssituation im Unternehmen zu verbessern. Credit Default Swaps wirken ähnlich wie Versicherungen und sichern den Käufer des Swaps gegen Zahlungsausfall ab. Rechtlich gesehen sind CDS jedoch keine Versicherungen, weshalb Finanzinstitute mit CDS handeln können, obwohl sie keine Forderung bzw. Anleihe gegenüber den schuldenden Unternehmen besitzen. Für mittelständische Unternehmen besteht so die Möglichkeit Forderungsrisiken flexibel abzusichern (hedging), ohne sich eine Warenkreditversicherung für die entsprechenden Forderungen einkaufen zu müssen. Stattdessen kann auf Credit Default Swaps mit vergleichbarem Risiko zurückgegriffen werden. CDS werden in der Regel von großen Investmentbanken gehandelt und werden, ähnlich wie Aktien, zu sogenannten Indizes zusammengefasst, die dann aus CDS von verschiedensten Unternehmen bestehen. Ein solcher Index ist die einfachste Möglichkeit für Anleger und Unternehmer in CDS zu investieren.

Aktuelle Entwicklung von Credit Default Swaps

Die Besitzer der Credit Default Swaps gewinnen bei Zahlungsausfall der Schuldner große Summen. Diese Seite der Medaille war in den letzten Jahren relativ unrentabel, da es selbst als riskant eingestuften Unternehmen in der durch die lockere Geldpolitik der EZB ausgelösten Niedrigzinswelle leicht fiel, an Kredite zu kommen. Diese Situation jedoch geht dem Ende zu. In vielen Branchen schleicht sich eine Verlangsamung der Wirtschaft ein, was zu einem starken Anstieg in Auszahlungen von Credit Default Swaps geführt hat. Aus diesem Grund sind CDS gerade jetzt eine attraktive Alternative zu klassischen Instrumenten des Forderungsmanagements, da sie flexibel und unabhängig von Versicherern erstanden werden können.

Autor: Maximilian Derwald

« Zurück