« Zurück

Die Zinsen fallen weiter

20. August 2019

Die Zinsen fallen weiter

Die Zinsen fallen weiter – was bedeutet das für den Mittelstand?

Man müsste meinen, dass Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf bei Nachrichten wie „Negativzinsen auf Immobilienkredite“ vor Glück frohlocken. Schließlich lässt die Tendenz der Negativzinsen hoffen, dass kleinere deutsche Unternehmen genauso vom billigen Geld profitieren und investieren können, wie Immobilieninvestoren. Die Realität jedoch sieht anders aus, denn vielen Unternehmen fällt es weiterhin schwer, ihren Finanzierungsbedarf mit Bankdarlehen, geschweige denn mit „überall propagierten“ billigen Krediten zu decken.

Warum sind die Zinsen aktuell so niedrig?

Anlass für die niedrigen Zinsen auf Spareinlagen und Kredite ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Hintergrund dieser Politik ist der Versuch der EZB die Nachfrage nach Krediten für Investitionen durch wirtschaftspolitische Stimuli, also ein allgemein niedriges Zinsniveau, zu erhöhen. Die so erhoffte angeregte Investitionstätigkeit soll dann die Volkswirtschaften in der EU positiv beeinflussen. Dieses Spektakel beschränkt sich allerdings nicht alleine auf die EU, sondern geschieht zur selben Zeit in vielen weiteren Volkswirtschaften – prominentestes Beispiel ist die gerade beschlossene Leitzinssenkung der Federal Reserve (FED) in den USA. Nachdem also FED oder EZB ihre Leitzinsen gesenkt haben, müssen die öffentlichen Banken die Zinsen ebenfalls senken, was zu dem eben beschriebenen Investitionseffekt führen soll.

Das sind doch wunderbare Nachrichten für kleine Mittelständler oder nicht?

Angeregte Investitionstätigkeit und wirtschaftliche Stimuli: Diese verschachtelten Aussagen aus der Volkswirtschaftslehre klingen auf den ersten Blick sicher wie positive Nachrichten für den Mittelstand. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch feststellen, dass viele Unternehmen aktuell eher unter chronischer Unterfinanzierung leiden, die schnell zu einer Gefahr für Arbeitsplätze, Investitionen und die Zukunft vieler Betriebe werden kann. Gründe für die nur unzureichend zur Verfügung stehenden Fremdfinanzierungen gibt es viele. Laut einer aktuellen Studie spielt die organisatorische Struktur der Darlehenvergabe in den Kreditinstituten dabei eine übergeordnete Rolle. Vielen kleinen Unternehmen fehlen schlichtweg die Ressourcen, Zeit und Personal, um die komplizierten Kreditvergabeverfahren zu bewältigen und rechtzeitig eine Finanzierung abzuschließen. Komplizierte integrierte Finanzplanungen und aufwendige Bankenreportings sind nur die Spitze des Eisberges, der sich Fremdfinanzierung nennt. Daneben verlangen Banken von kleinen Unternehmern hohe Sicherheiten für Kredite, um die noch immer aus der Finanzkrise nachwirkende Risikoaversion gegenüber kleineren Unternehmen zu kompensieren. Diese Sicherheiten können die angesprochenen Unternehmen häufig nicht bieten, da sie meist zu jung, zu klein oder zu digital (wenige sicherheitswürdige Vermögensgegenstände) sind. Dazu kommt, dass kleinere Unternehmen zwar vom Niedrigzinsniveau profitieren aber bei Weitem nicht in dem Maße wie andere Akteure auf dem Parkett der Finanzwelt. Finanzierungen von durchschnittlich über 5% sind keine Seltenheit. Dabei vergessen wir nicht, dass für Immobilienfinanzierungen bereits Negativzinsen im Gespräch sind.

Gibt es Alternativen?

Natürlich und KMUs beginnen diese Alternativen schon jetzt an vielen Stellen zu nutzen. Insbesondere Online-Plattformen für Finanzierungen haben in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen und konnten durch transparente Angebote und attraktive Vergleiche viele Unternehmer als Kunden gewinnen. Dabei locken diese Anbieter nicht mit günstigeren Finanzierungskonditionen, sondern mit deutlich geringerem Bürokratieaufwand und schnelleren Wegen zum Geld. Beispiele für Anbieter dieser „alternativen Unternehmensfinanzierungen“ sind FinCompare und Auxmoney. Ein weiterer Schritt für kleine und mittelständische Unternehmen, um den bürokratischen Aufwand zu minimieren und eine Menge Zeit zu sparen ist, externe Unterstützung bei der Erstellung von Finanzierungsunterlagen anzufordern. Der Mittelstand bedient sich hier oft seines Steuerberaters, was dem Unternehmen zwar Spielraum in Sachen Personal und Zeit lässt, jedoch häufig zu hohen Extrakosten führt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Niedrigzinspolitik der EZB Gewinner und Verlierer hat und für den Akteur Mittelstand, schlichtweg nicht die richtigen Akzente setzt, die zu einer nachhaltigen Veränderung hin zu mehr Investitionen und Fremdfinanzierungen führen. Zum Glück bieten sich dem Unternehmer in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung immer Alternativen.

Wenn Sie sich den Bürokratieaufwand und horrende Extrakosten bei Fremdfinanzierungen sparen möchten, kontaktieren Sie das Team von CANEI.solutions. Wir erstellen Ihnen Ihre Bankendokumentation in Rekordzeit und zum Pauschalpreis. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen!

Autor: Maximilian Derwald

« Zurück