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Klimawandel und Klimaschutz im Mittelstand

29. September 2019

Klimawandel und Klimaschutz im Mittelstand

Spätestens seit ihrem Auftritt bei den Vereinten Nationen ist Greta Thunberg auf der gesamten Welt im Gespräch und mit ihr entwickelt sich das Thema Klimaschutz zu einem globalen Phänomen. Dabei sind der Klimawandel und die damit einhergehenden politischen und wirtschaftlichen Implikationen längst im deutschen Mittelstand angekommen. Hohe Energiepreise und immer strikter werdende Regulationen zum CO2-Ausstoß sind nur zwei Beispiele für durch den Klimawandel ausgelöste Hemmnisse. Dennoch entwickelt sich im Mittelstand eine immer stärkere Bereitschaft, eigene Impulse für den Klimaschutz zu setzen und in Nachhaltigkeit zu investieren. In diesem Blogeintrag möchten wir näher auf die Problematik Klimawandel, seine Herausforderungen und auf die Chancen des Klimawandels eingehen.

Problematik Klimawandel

Die Bedrohung von Geschäftsmodellen durch eine immer emissionsärmere Wirtschaft ist nicht neu. Schon seit Anfang der 2000er geistert der Begriff Klimawandel mal mehr, mal weniger beachtet durch die deutsche Gesellschaft und Politik. Dadurch entwickelte sich ein bis dato unbekanntes Risiko für die Führung von Unternehmen. Insbesondere Deutschland ist durch eine vom Außenhandel abhängige Wirtschaft von diesem Risiko betroffen, denn neben heimischen Auswirkungen des Klimawandels, haben Klimarisiken auf der gesamten Welt einen unmittelbaren Einfluss auf die deutsche Wertschöpfungskette. Diese Tatsache macht die Bewertung von Risiken und die direkte Anpassung von Geschäftsmodelle beinahe unmöglich. Gerade deutsche Kernindustrien, wie die Automobilbranche und der Maschinenbau sind von diesem Risiko betroffen: sie sind auf Zulieferer angewiesen, die in vom Klimawandel besonders stark betroffenen Regionen ansässig sind. Dazu gehören unter anderem China, die USA und Südamerika, wo eine Zunahme von extremen Wetterverhältnissen bereits auf eine direkte Beeinflussung durch den Klimawandel schließen lässt.
Neben diesen direkten klimatischen Einwirkungen auf die Wirtschaft, muss jedes deutsche Unternehmen vermehrt auf den Klimawandel beschränkende Regulationen reagieren. Beispiel dafür ist das in Deutschland vergangene Woche auf den Weg gebrachte und von Klimaschützern als zu geringfügig bezeichnete Klimagesetz. Dieses hat, insbesondere in Form von erhöhter CO2 Bepreisung, großen Einfluss auf die Wirtschaft und die Nachfrage. Hohe Kosten für den Ausstoß von CO2 und die weltweit mit höchsten Energiekostenschwächen schwächen so die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich.

Chancen für den Mittelstand

Der Klimawandel ist das weltbestimmende Thema dieser Tage. Von Weltuntergangsthesen bis hin zur Leugnung des Klimawandels ist das gesamte Meinungsspektrum abgedeckt. Unbestreitbar und durch Wissenschaftler auf der gesamten Welt bestätigt, ist eine Handlungsaufforderung an Politik, Wirtschaft und Individuen. Wie also wird man als Mittelständler den Anforderungen gerecht, ohne Arbeitsplätze oder das Dasein des eigenen Unternehmens zu gefährden? Da der Schutz des Klimas zukünftig eine elementare Rolle in Politik und Wirtschaft spielen wird, ist der Klimawandel als Chance, das Unternehmen als Vorreiter zu positionieren und in eine ertragsreiche und gleichzeitig nachhaltige Position zu versetzen, zu verstehen. Laut verschiedensten Studien (z.B. dem IW-Zukunftspanel) wird diese Position durch die Sicht eines Großteils mittelständischer Unternehmer bestärkt, die im Klimawandel ein hohes Risiko und eine mindestens ebenso große Chance sehen. Bestes Beispiel, wenn auch nicht aus dem Mittelstand, ist das Unternehmen Volkswagen, das sein Geschäftsmodell sukzessive auf Elektromobilität umstellen wird und damit auf eine Revolution im Automobilsektor setzt. Diese Suche nach klimaneutralen Alternativprodukten und eine sich stetig veränderte Nachfrage bilden einen perfekten Nährboden für Innovationen und Diversifikationen. Unternehmen müssen festgefahrene Strukturen wieder aufbrechen und sich offenen Auges ihren Märkten stellen, um die richtigen Schlüsse aus der Veränderung zu ziehen. Daneben kann eine Vorreiterrolle des Unternehmens in Sachen Klimaschutz Kaufentscheidungen positiv beeinflussen, da immer mehr B2B- und B2C-Kunden die Reputation von Unternehmen in Sachen Klimaschutz in Kaufentscheidungen einfließen lassen.
Der richtige Umgang mit dem Faktor Klima mag auf den ersten Blick kostenintensiv und risikobehaftet wirken, doch er ist essentiell für die Nachhaltigkeit des Unternehmenserfolgs.

Autor: Maximilian Derwald

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