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Working Capital und seine Bedeutung für die Tilgungsfähigkeit eines Unternehmens

29. Mai 2019

Working Capital und seine Bedeutung für die Tilgungsfähigkeit eines Unternehmens

Neben unserer Videoreihe auf LinkedIn möchten wir auch hier damit beginnen, wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen systematisch zu erläutern. Kennzahlengetriebenes Controlling spielt eine elementare Rolle im modernen Management und ermöglicht es dem geschulten Auge, Potenziale und Risiken in Unternehmen zu erkennen und entsprechend einzuordnen.

Den Beginn macht die Kennzahl "Working Capital“. Das Working Capital, zu deutsch: „arbeitendes Kapital“, bezeichnet gebundenes Kapital, welches kurzfristig in liquide Mittel gewandelt werden kann. Das Working Capital ergibt sich aus der Differenz aus Umlaufvermögen (u.A. Warenbestände und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten

Das Working Capital lässt unter Anderem Rückschlüsse über die Tilgungsfähigkeit eines Unternehmens zu. Ist das Umlaufvermögen größer als die kurzfristigen Verbindlichkeiten, steht Kapital für Tilgungstätigkeiten bereit, da ein Teil des Umlaufvermögens mit langfristig zur Verfügung stehendem Kapital finanziert wird (positives Working Capital). Ist das Working Capital negativ, reicht das Umlaufvermögen nicht aus, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken. Ist dieser Fall eingetreten, verstößt das Unternehmen gegen "die goldene Bilanzregel“ (die goldene Bilanzregel wird in einem späteren Eintrag genauer beleuchtet).

Zwar ist positives Working Capital aus gegebenen Gründen wichtig für das Unternehmen, so muss dieses auf der anderen Seite finanziert werden, da dem Unternehmen in Warenbeständen und in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebundenes Kapital nicht zur Verfügung steht, um zu investieren oder um Bankdarlehen zu tilgen. Das Ziel eines Unternehmers sollte somit sein, das Working Capital positiv aber zugleich niedrig zu halten, während die Liquidität zu maximieren ist. An dieser Stelle möchten wir gerne drei Ansätze präsentieren, die diese Zwecke erfüllen: Die Debitorenlaufzeit reduzieren (Forderungen aus Lieferung und Leistung schneller beim Kunden einfordern); Die Kreditorenlaufzeit verlängern (Zahlungsziele beim Lieferanten verlängern); Das Warenlager optimieren (Überbestände abbauen und das Warenlager so klein wie möglich halten).

In den nächsten Wochen werden wir diese Maßnahmen zur Beeinflussung der Liquidität genauer beleuchten und so wichtige Handlungsempfehlungen für etwaige Liquiditätsengpässe vorstellen.

Hier geht es zum LinkedIn Beitrag und dem Video zur Kennzahl „Working Capital“

Autor: Maximilian Derwald

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